Workshop Un/sichtbarkeiten in Bildern (Sprechen).

Kostenfreier Trans* Empowerment-Workshop

Am Kunstwerkstatt, Raum 006

Du bist trans, non-binary, weder noch, oder weißt es noch nicht so genau? Du zeichnest, malst, machst Comix, drückst dich gerne durch Bildsprache aus oder würdest es gerne (wieder mehr tun)?

Kunst ist für dich ein Weg, zu dir zu kommen und mehr über dich selbst heraus zu finden? Du fragst dich, wie du dein trans, non-binary, weder noch sein oder die Suche nach Antworten in d/eine eigene Bildsprache übersetzen kannst? Welche Möglichkeiten gibt es unsichtbares zu verbildlichen?
Dies alles und mehr sind die Fragen denen wir uns in diesem Workshop stellen werden. Wie werden zusammen zeichnen und sowohl an den vorgegebenen als auch in der Gruppe entstehenden Fragestellungen mögliche und eigene bildliche Antworten erarbeiten. Wer mag, kann das gemeinsam in der Gruppe tun oder für sich.

Es wird für die, die es wollen,  auch Möglichkeiten für gegenseitiges Feedback geben.

Themen

  • Trans, non-binary, weder noch, auf der Suche
  • Selbstfindung, Empowerment, Identität
  • Kunst, Comics, Bildsprache, Ausdruck, Gender, Körper, Symbole
  • Diskriminierungssensibilität, Stereotype

Zielgruppe: trans*, nonbinary, weder noch, andere oder fragend

Teilnahmegebühr: entfällt

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Frauen*beauftragten:
www.ash-berlin.eu/hochschule/presse-und-newsroom/veranstaltungen/news/unsichtbarkeiten-in-bildern-sprechen-trans-empowerment-workshop-mit-yori-gagarim/
www.ash-berlin.eu/hochschule/organisation/frauenbeauftragte/

Alles, was wir wollen

Zum IDAHOT – dem „internationale Tag gegen Homo-, Trans- und Interfeindlichkeit:

Vor einiger Zeit habe ich eine Illustrations-Anfrage einer größeren Publikationshauses für einen geplanten Themenkomplex zum Thema „trans“ bekommen.
In der Anfrage wurde mein Stil als „sehr passend für den Anlass“ und mit Aussicht auf die Titelseite gelobt.

Mein Entwurf (eine Variante der unten angehängten Bilder) stieß auf großen Gefallen und ich wurde gebeten, den Entwurf – allerdings ohne Worte – fertig zu stellen.
Mit „sähe es so nach einem aktivistischen Plakat aus.“

Gut, dachte ich mir, sagte mit unten angehängter Mail den Auftrag ab und hab dann tatsächlich lieber etwas für die Community gemacht:

Hier gehts zum Download und den Druckvorlagen:

Guten IDAHOT euch – macht, was schönes und passt auf euch auf!

///

Hier meine E-mail:

Hey XXX,

danke für deine Antwort.
Ich fürchte, dann werden wir leider nicht zusammen kommen.

Mir ist meine Stimme wichtig und ich finde es durchaus problematisch mir diese von (ich nehme mal ganz stark an) cis Menschen, die XXX über trans Menschen verfassen wollen, nehmen zu lassen, damit „unser Narrativ“ leichter verdaulich ist.
Wir sind keine Asseccoires fürs „aufpimpen“ der eigenen Profilierung. Dafür bin ich mir zu schade.

Ich bin politisch. Mein Wissen ist politisch. Meine Stimme ist politisch. Meine Illustrationen sind politisch.
(Mein) trans Sein ist politisch. Ist es immer. Benannt oder unbenannt.

Euer Handeln, euer (mehrheitliches) cis Sein, eure Kontrolle über trans Stimmen (und Inhalte) ist es auch.

Meine Illustrationen, inklusive Text wären eine gute Chance für XXX gewesen, trans Narrative und Repräsentation in der Presse endlich mal in eine autonome und nicht fremd bestimmte (und meist transfeindliche) Richtung zu lenken.

Es wäre auch ein fettes Statement gewesen, politische Forderungen auf die Titelseite zu bringen.

Ich finde es schade.
Ich habe die Zusammenarbeit als grosse Chance gesehen, aber mir wird oft genug meine Stimme genommen.
Für einen Artikel, der XXX, finde ich das für mich leider nicht „in Kauf nehm- bar“.

Liebe Grüße,

Yori

 

 

Geschlechtseinträge? Wtf?

Ich bin übrigens komplett gegen jegliche Geschlechtseinträge.

D.h. auch nicht für einen „dritten/divers/offenen Eintrag“.
Auch nicht für eine „vorübergehende Freilassung“ (bis zu einem gewissen Alter).
Ich bin für eine komplette Streichung des Geschlechtseintrages, d.h. aller Geschlechtseinträge.

Ein „Vorteil“ eines dritten/anderen/offenen Geschlechtseintrags wären u.a. eine Anerkennung durch ein System, welches Geschlechter (und somit auch Race/Class) hierarchsiert.

Anerkennung heißt aber auch immer Aberkennung.
Die der anderen oder der nicht passenden.

Die persönlichen Erleichterungen kann ich in den meisten Fällen sehr gut nachvollziehen, trotzdem bleibt mir unverständlich, wieso nicht nach Lösungen/Umgangswegen gesucht wird, die nicht nur die Situation von einigen verbessern sondern die aller.
Und zwar ohne eine weitere Verstaatlichung von Geschlecht (und damit auch von Race/Class, etc.).

Ich mein:
Wer ist überhaupt nur in der Lage „gültige Papiere“ zu bekommen?
Warum sind bestimmte „Papiere“ mehr Wert als andere?
(Migration wird durch selektive Illegalisierung nicht nur rassifiziert und klassifiziert sondern auch gegendert, z.B..)
Papiere und Rechtswege sind zudem eh nicht für alle weder finanziell noch strukturell oder emotional überhaupt „leistbar“.
Und: die wenigsten Menschen können es sich (in der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Situation) überhaupt auch nur „leisten“, „out“ zu sein.

Und was ist Menschen in staatlicher „Obhut“ oder mit gesetzlicher Vormundschaft?

Geschlecht (und die Kontrolle dessen) ist (nicht nur historisch betrachtet) auch immer noch ein Instrument des Kolonialismus und die „Überbleibsel“ davon finden sich z.B. im Geschlechtseintrag im Reisepass wieder.

Auch in Deutschland bekommen soweit mir bekannt, nur diejenigen gültige Papiere, die bereit oder in der Lage sind, sich dem weiss-christlichen Konzept von Geschlecht anzupassen, bzw. überhaupt wieder zu finden.

Im deutschen Personalausweis hingegen findet sich bekanntlich kein Geschlechtseintrag, auch wenn die meisten Menschen nach wie vor davon überzeugt sind. Wer in Deutschland geboren ist, bekommt als „Willkommen in Deutschland“ als erstes alleine aufgrund des Aussehens der äußeren intimen Anatomie einen Platz in einer vergeschlechtlichten Gesellschaft zugewiesen. Na, dann Prost.
Warum und wozu das überhaupt nötig sein soll, ist mir (und vielen anderen) immer noch ein Rätsel.

Auch der sogenannte „Ergänzungsausweis“ ist eine Verstaatlichung von Geschlecht.
Abgesehen davon, dass er leider auch nicht kostenfrei, aber dann doch relativ günstig zu bekommen ist, schafft auch er, selbst wenn er oft hilfreich sein mag, dann aber doch auch nur wieder eine „außerhalb der Person liegende“ (formelle/„neutrale“) „Bestätigung“ von Geschlecht.

Mein Geschlecht ist nicht weniger „wert“, „real“ oder „echt“, wenn ich es durch Papiere „belegen“ kann.
Warum sollte ich so etwas überhaupt (unterstützen) wollen?

Geschlechter(hierarchsierungen = Sexismus) und dran anhängende Konzepte wie Trans, Inter, Enby- A- und Multigender- sowie Queer- und Homofeindlichkeit (als auch Rassismus und Klassismus, etc.) gehören meiner Meinung nach abgeschafft – nicht durch Papiere und Gesetze weiter begünstigt und staatlich reguliert.

Ich habe keine Lust darauf, dass die eine Kacke durch den nächsten Mist abgelöst wird.
Natürlich werden es sich nicht alle Menschen leisten können, ihre Papiere ihrem Geschlecht anzupassen. Aus diversen Gründen.
Und Geschlechtseinträge für Personen ohne oder mit mehreren/wechselnden Geschlecht/ern sind (zumindest bisher) nicht (soweit mir bekannt) Teil der vorgeschlagenen Umsetzungen-Vorschläge.

Ich habe auch keine Lust, dass dann einfach nur eine neue „Realität“ geschaffen wird, dadurch dass „Geschlecht“ in „all seiner Vielfalt“ „bewiesen werden kann.“ Nicht nur die beiden bis dato „offiziell anerkannten“ binären Geschlechter, sondern dann auch noch ein oder mehreren „dritte/andere/offene“ Geschlechter.

Meiner Meinung nach wird dadurch nur wieder nur ganz bestimmten Menschen Zugang gewährt, während andere noch weiter ausgeschlossen werden.

Ich wiederhole: Meine Forderung ist nicht alles so zu belassen, wie bisher, sondern den Geschlechteintrag komplett zu streichen.

Ich bin für die Entpathologisierung von trans, inter, enby, a- und multigender Menschen, für freien Zugang zu selbstbestimmter Gesundheitsversorgung sowie für eine komplette Entstaatlichung/Entkriminalisierung von Geschlecht.

Ich bin für ein Ende jeglicher Kontrolle von Geschlecht, sowohl staatlicher als auch medizinischer.
Ich bin für Autonomie und radikale Enthierarchisiserung von Geschlecht.
Ich bin für die Abschaffung aller Geschlechtseinträge!

Ich bin gegen jede weitere Verstaatlichung von Geschlecht und der damit zusammenhängenden Legalisierung von Diskriminierung von nicht gewollten/legalisierbaren Geschlechtern und Zugang durch „Inklusion“ von weiteren Optionen.

Ich verstehe das Bedürfnis, die eigenen Zugänge zu (vergeschlechtlichten/staatlichen) Privilegien wie Gesundheitsversorung, etc. erleichtern zu wollen, ich würde mir jedoch wünschen, dieses bedacht(er) zu tun und nicht nur ausschließlich/hauptsächlich für den eh schon besser gestellten Teil der trans/inter/enby/agender Menschen zu kämpfen.

Integration muss mensch sich leisten können.

Geschlecht hat auch immer mit Sicherheit zu tun.

Wer wird „sicher“ sein durch neue Regelungen und wer wird noch weiter in Gefahr gebracht und an den Rand gedrängt?

Tokenize yourself.

(On Tokenization, Art, Inclusion, Assumptions, and Gender as a Skillset for Survival)

So. 

There are (again) some folks around, that try to tokenize me and my art by either saying, they are trans (and non-binary and agender) inclusive because of including my art.

No, it takes more, than „just“ including something that I made. Or because I am trans/agender/non-binary. Including (or liking) one trans/agender/non-binary person or their art does not make you anything my dear, sorry.

Some other folks on the other hand try to erase my (trans, agender and non-binary politcal) work by saying, that I am trans masculine and therefor can’t do what I do.

Which I am wondering, what they think it is what I am doing?

Anyway.

Guess what, I am not trans masculine (and never was) and most of those folks, who are saying this about me atm know (or knew) me personally. 

So. They know better than that. 

To the ones that didn‘t know: Now you know. 

I am trans.

I am agender.

I am non binary.

I am pretty aware of the trans masculine privileges I have.

That does not make me trans masculine.

I am trying to use these privileges I have as much as I can.

That still does not make me trans masculine.

(In fact, I have a couple of different identities, with varying/shifting/strategiesed gender/s and pronouns. All depending on the situations or communities I‘m in.

But this is not what I want to talk about right now, but I feel like I cannot not mention it, because sometimes people get confused by the different „informations“ they get about me and/or my art.)

In general nowadays most times I don’t correct people (anymore), neither when it comes to pronouns nor when it comes to my gender.

I am more than tired of this and false perceptions of mine are the smallest problem that I face as a trans/non-binary person.

I’ve had these struggles my whole life, which lasts now longer than most trans peoples lifes of my generation. I am over 40. I fought for (correct) pronouns since I was a child. Trans (not to speak of agender and non-binary) was nothing you could find in any dictionary then and the internet didn’t go public until after I was a grown-up. And still. When I came around the term „trans“, there were not many other trans people to be found (in the internet). And the absence of trans masculine people (in the internet and other media) was impressive. 

Nowadays people tend to forget that. (We can talk about how and when trans feminine people were (and still are) portrayed by the media, but that is a whole different story.) Things have changed so much already in my lifetime – if you are young or fresh „out/in the community“ you might not know that. But check it out. Do some research. Talk to some folk. It‘s true. 

I am also aware, that any community needs to face and deal with it‘s sexism. 

The heightened visibility of people in the (non-„passing“) trans feminine spectrum is rooted in sexism. And the heterosexual „demand“ that women and female folks can and have to be sexualized (to be seen as a women.) But please, not too much in a self-determind way, which is still reserved for men, and men only, trans or not.

There you have it. Self-determination is a gendered thing and seen as masculine. Or only seen as something positive when presented by men.

This was also the same „reason“ trans masculine folks got some visibility the last couple of years. Because „they‘re so hot.“ 

Both of it, besides the obvious sexism, is showcasing another bias we face here. I‘m not going there right now – but to name some aspects of it: Access and control. „The power of love“, Allyship, othering and „morals“. Whore-antagonism and erasure of knowledge. Ableism and classism. Racism. You get it. The whole spectrum. 

People listen to trans masculine people because „they‘re hot“ and don‘t listen to trans feminine people because of the exact same reason. Trans misogyny it is. 

I grew up in a rural area.

Gender is something you bend there when it’s necessary, but balance it out when you get the chance.

Gender is, in fact, a matter of survival.

I learned the hard way.

I learned the more „passing“ as masculine I am the more access to safety I got. 

This is a skill-set, I view as valuable today and use frequently and freely as I want or might need to.

Same goes for my femininity.

I was and am ripped of it many times.

Back then, when I loved wearing skirts but was being bullied out of wearing them, the many years of being denied a self-determined sexuality up to the present where my emotional and community labour still gets erased on a regular basis. 

I never (or only rarely) „passed“ as girl, woman or feminine person. I only started to „pass“ recently and quiet frequently as (some kind of) a bearded woman, I guess.

But still, even most other members of some of the more „gender-sensitive“ communities I frequently visit (and build) don‘t even notice my „feminine doings“. But since I often fail in doing so myself (with myself ands others) I feel like I have no „standing“ to complain. But still it stings.

These skills of community-building, connecting people, doing emotional labour and educational support, talking about unpaid work, dealing with many forms of abuse, strategizing politics and all the other spontaneous and improvised stuff that includes building shit from scratch, all these skills – they are all rendered feminine. 

If you are so desperate in putting gendered labels on me, please do it a bit more accurate and maybe a tiny bit more nuanced. 

(I just gave you some hints.) 

And, at the same time: please don‘t.

Life is strange.

My life is strange.

I faced a lot of street violence because of (unvolunteeringly) being too visible and not being able to do anything about it. I hardly „passed“ as any gender.

Most of this violence happened before I even knew or identified as trans, agender and/or nonbinary. But still I was identified as such. 

Nowadays, as I am „out and proud„, I do face way less harassment by strangers. In parts this may be because of the raised awareness of trans people in general, in parts because I am older now and people feel less entitled to police my „gender performance“, or maybe because I hardly go out or use public transportation anymore. 

Who knows. 

Who cares. 

But what I do care about because I am confronted with it quite frequently now are the many false assumptions (about me and others) by my own communities and people who claim to know better.

I do agree, that many non-binary (and agender) people need to learn to deal better with the „passing“-privileges (as many things we‘re not) we have. But this legitimate demand can and should not come with the demand or the costs of the erasure of non-binary/agender people and the specific discrimination and problems we face.

Let me be frank – you/we should know better.

Gender is nothing you can see.

Gender is neither fixed nor (its presenting) not connected to safety and class.

Reducing feminity to appearance is still sexist.

Assumptions are nothing more than well, assumptions.

Privileges are something you have, even if you don‘t identify with them.

Throwing other folks under the bus (on purpose or not) won‘t make anyone’s ride better.

I hope you have a good one.

Gedanken zu (Community) Accoutability (auf Twitter)

(Erstveröffentlichung auf Twitter am 11.04.2018)

Es folgt ein etwas längerer Thread über (Community) Accountability.

(Ich habe ihn bereits vor ca. zwei Monaten geschrieben und er ist weit davon entfernt „perfekt“ zu sein, aber ich finde ihn „gut genug“, um ein paar Grundlagen zu CA zu vermitteln. Er besteht aus zwei Teilen, einem eher theoretischerem und einem eher praktischerem. Bitte ergänzt und kommentiert gerne – ich behalte mir vor, selbst zu entscheiden, auf was ich antworten oder eingehen werde und auf was nicht.)

#CN_sexualisierte Gewalt:

Bevor ich anfange, ist es mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass CA ein nord-amerikanisches Konzept ist, welches in Communities of Colour entwickelt wurde, um Community Mitglieder vor dem rassistischen Justiz/Knast-System zu schützen und IN den Communities zu halten.

Die (mir) am bekanntesten und seit vielen Jahren zum Thema arbeitenden Gruppen sind Cara und Generation 5.

Generation 5 haben sich so genannt, weil sie schätzen, daß es mindestens 5 Generationen bedarf, um (sexualisierte) Gewalt einzudämmen bzw. zu beenden.

Allein daraus wird schon klar, dass es sich um langsame und langwierige Prozesse handelt und nichts, was sich mit wenig Aufwand „mal eben erledigen“ lässt.

Warum ich das sage?

Weil mein Eindruck ist, daß gerade auf Twitter schnell mal „(Community) Accountability“ „gerufen“ oder „eingefordert“ wird ohne zu beachten, daß dies Arbeit ist.

Ich wünschte, es wäre anders. Immer wieder kann ich dabei zusehen, wie Menschen enttäuscht und verletzt werden weil oft nichts „passiert“ und unterschiedliche Communities dann verlassen werden (müssen) oder auch „dran zerbrechen“ (sowohl die einzelnen als auch die Communities). 

Eben weil es keine Grundlagen Arbeit gab und gibt, BEVOR etwas „passiert“, was Accountability bedarf. Keine Community kann „gut“ in Accountability Prozessen sein, wenn diese nicht „geübt“ werden und es Wissen über Handlungstrategien gibt, die nicht (komplett) aus dem Stehgreif erschaffen werden müssen.

Für CA braucht es Communities. Und Konsens. Nicht notwendigerweise im Sinne von „alle sehen alles gleich“ umso mehr aber in Bezug auf: „(sexualisierte) Gewalt gehört abgeschafft.“  

In vielen Communities ist dies aber eben leider nicht Konsens, bzw. lediglich ein „theoretischer Konsens“, dessen Praxis viele einfach ratlos gegenüber stehen.

In vielen (alternativen) (deutschen) (links/politischen) (queeren) (urban/arts and sports) Communities, die ich länger und besser kennengelernt und Teil habe, würde meiner Einschätzung nach der größte Teil schon zustimmen, wenn ich sage: „(sexualisierte) Gewalt gehört in die Tonne!“.

Sobald ich aber sage: „(Sexualisierte) Gewalt gegen queere, trans, homosexuelle, behinderte, obdachlose, nicht weiss/deutsche, in der Sexarbeit tätige, im Knast sitzende oder als all das gelesene Menschen (oder aber explizit gegen Jungs oder Männer) gehört in die Tonne.“ wird es zögerlicher. 

Vielleicht nicht bei der Zustimmung aber in den meisten Fällen in der Praxis.

Es muss kein „selbst Schuld“ kommen, eine Entsolidarisierung (auch schon im Sinne von einem „Fokus auf bestimmte Menschen“) hat oft die gleiche Aussagekraft. Nicht immer, aber oft. Dann z.B. wenn z.B. Rassismus, Sexarbeits- oder Behindertenfeindlichkeit größer ist als die Solidarität mit betroffenen Menschen bzw. diese entweder gar nicht erst als mögliche Betroffene wahrgenommen werden oder aber genau diese funktionalisiert werden.

A.) Das passiert z.B. wenn Menschen mit Fluchthintergrund als „übergriffig/er“ als weisse/deutsche Menschen dargestellt werden, vor denen weisse/deutsche (Frauen) „geschützt werden müssen“ – ohne sich dabei auch nur ansatzweise dafür zu interessieren, dass 1.: (sexualisierte) Gewalt bei der Flucht eher die Regel als die Ausnahme ist und oft sogar „der Deal“. 2.: (sexualisierte) Gewalt an weissen/deutschen in der Mehrheit von anderen weissen/deutschen, meist Nahpersonen und Familienmitgliedern begangen werden. 3.: die Betroffenenzahlen von nicht-weissen/deutschen Personen von institutionalisierter (sexualisierter) Gewalt ebenfalls höher sind als die von weissen/deutschen und das, während auch hier die Täter_innen in der Mehrheit weiss/deutsch sind.

B.) Das passiert z.B. auch wenn in der Sexarbeit (und Porno-Industrie) tätige Personen gleichzeitig sowohl als (eine) Ursache von (sexualisierter) Gewalt als auch als „die“ Opfer von (sexualisierter) Gewalt angesehen und entmündigt werden während Sexarbeit gleichzeitig als „die Lösung“ für „Triebtaten“ „verhandelt“ wird. Und das ohne hierbei zu berücksichtigen, daß auch in der Sexarbeit (und Porno-Industrie) tätige Personen von (sexualisierter) Gewalt betroffen sein können und sind. Sowohl während der Arbeit als auch im Privatleben. Sind diese dann auf Unterstützung oder Solidarität angewiesen, bleibt diese meist aus oder aber findet privat organisiert statt. 

„Begründet“ wird diese fehlende Unterstützung und Solidarität dann oft mit mehr oder weniger offenem Victim-Blaming und wird von ablenkenden Diskussionen über Sexarbeit als Arbeitsfeld und „Berufsrisiko“ „begleitet“. Hier auch wieder völlig unabhängig davon, ob die Tat in der Freizeit passiert ist oder nicht.

Betroffenen sexarbeitenden Personen wird mehr als anderen Betroffenen nicht nur die Definitionsmacht über die Tat/en und die „Schwere des Erlebens“ sondern auch insbesondere ihre moralische Integrität (was auch immer das sein soll) abgesprochen oder zumindest in Frage gestellt. Während die derer, die Victim-Blaming betreiben oder aber selbst übergriffig sind/waren (zumindest zu großen Teilen) intakt bleibt.

Fehlende oder sehr mangelhafte Konzepte vom Umgang mit „zu bändigenden Trieben“ (oder auch genau mit diesem verharmlosenden Mythos an sich) hingegen werden oft „in letzter Instanz“ in die Verantwortung von Sexarbeitenden gelegt, ohne jedoch „im Gegenzug“ die Verantwortung für dieses meist ohne Zustimmung und fremdauferlegte „Hochsicherheitsrisiko“ zu übernehmen. Die Verantwortung für beide, die Täter_innen als auch die (möglich) Betroffenen der in der Sexarbeit tätigenden Personen wird nicht nur aus der Allgemein-Gesellschaft sondern auch aus den meisten (alternativen) Communities ausgelagert. Das passiert z.B. durch Leugnung der Existenz beider Gruppen innerhalb aller Communities, welche bereits mit einer geduldeten „Verhandelbarkeit“ anfängt. Oder aber auch z.B. durch Verbreitung „euphorischer“ anstelle „informierter“ Zustimmungskonzepte. 

C.) Das passiert eben auch genau dann, wenn behinderte und/oder psychopathologisierte Menschen je nach Behinderung/Diagnose (erst entsexualisiert werden und dann auch noch) als mögliche Betroffene von (sexualisierter) Gewalt 1.: nicht gesehen und ernst genommen werden, 2.: die jeweiligen Behinderung/en/Diagnose/n die „Zeugniss-Fähigkeit“ und damit „Glaubwürdigkeit“ angeblich einschränkt oder gar verunmöglicht. Und das völlig unabhängig davon, um welche Behinderung/en/Diagnosen es sich jeweils handelt. Was auch nicht wichtig ist, es aber alles nur noch absurder macht. Und 3.: Strukturen, die es für Betroffene von (sexualisierter) Gewalt dann doch gibt, meist nicht gerade barrierearm sind oder aber bei völligem Unwissen über „Off-label-Medikamenten-Gebrauch“ oder „Trunkenkeits-Symptomen“ „Nüchternheit“ als Vorraussetzung haben.

Und das bei der recht häufigen (sowohl finanziellen als auch pflegerischen) Abhängigkeit der behinderten und psychpatologisierten Betroffenen von den Täter_innen.

Das sind nur ein paar Beispiele, wo meiner Meinung nach CA anfängt und nicht wie meist bereits schon wieder aufhört.

Hier nun zum eher praktischen Teil der Überlegungen:

CA fängt in meinem Nahumfeld bereits da an, wenn (noch) keine (sexualisierte) Gewalt statt gefunden hat.

Sie fängt da an, wo ich mich genau darüber unterhalte, warum ich bestimmten Menschen eher glaube und wem nicht.

Wem ich „Fehler“ zugestehe und wem nicht.

Bei wem ich dann doch wieder ein „selbst Schuld“, „hat’s provoziert“ oder auch einfach nur Zweifel im Hinterkopf habe.

Wenn ich mir selbst überlege, was ich für Strategien habe, sollte ich einmal (sexualisierte) Gewalt ausüben. 

Wenn ich drüber nachdenke, ob das schonmal der Fall war oder warum ich das für „undenkbar“ halte.

Wenn ich mit meinem Umfeld überlege, was wir für Strategien haben, sollte eine_r von uns mal (sexualisierte) Gewalt ausüben.

Wenn wir überlegen, ob das nicht schonmal der Fall was oder warum wir das für „unmöglich“ halten.

(Sexualisierte) Gewalt (insbesondere im Nahumfeld) ist nicht „undenkbar“. Sie ist eine Realität. Und zwar eine, die wesentlich häufiger „real“ ist, als der Mythos des „fremden aus der Dunkelheit kommenden Täters.“

Die meisten Menschen, die (sexualisierte) Gewalt ausgeübt haben, ausüben oder ausüben werden, sind (auch) nett, machen „gute Dinge“ und haben Freund_innen.

Das ist auch gut so, denn meiner Meinung nach sind das auch genau die Personen, die (im besten Falle zusammen mit Außenstehenden) die ersteren auch nur „verantwortlich“ halten können.

Dazu braucht es Vertrauen, eine Beziehung zueinander und vor allem Einwilligung. 

Ich werde hier nicht einzelne Strategien aufzählen, was „gut funktioniert“ und was nicht. Dazu gibt es bereits genug und jede Person und jeder „Fall“ ist sowieso anders.

CA klingt nach furchtbar viel Arbeit, von der der größte Teil noch lange vor uns liegen wird und die wir auch gar nicht alle überhaupt leisten können.

Aber ich finde, das ist auch gar nicht notwendig. 

Ich finde, was notwendig und auch für viele durchaus machbar ist, ist, sich z.B. die obigen Fragen zu stellen. 

Mal überlegen, warum wir uns nur für bestimmte Menschen interessieren oder einsetzen. Wann wir Vorurteilen mehr Glauben schenken als Betroffenen Personen. Warum es für viele schwer vorstellbar ist, das Betroffenheit und Übergriffigkeit auch und sogar sehr oft in einer Person zusammen fallen können. Warum das weder eine „Erklärung“, „Entschuldigung“ sein kann noch die „Schwere“ oder „Glaubwürdigkeit“ beeinträchtigen kann oder sollte.

Mal drüber reden, was wir uns selber wünschen (würden) wenn wir selbst betroffen sind. Was wir machen können, wenn mein_e beste_r Freund_in z.B. hier auf Twitter übergriffige Sachen schreibt. Und eben nicht gut auf Kritik regiert. Auf Kritik mit einem andern „-ismus“ reagiert. Einen (unberechtigten) Gegen“vorwurf“ macht. Oder wie insbesondere auf Twitter gern und häufig gesehen, Kritik nicht von Mobbing unterschieden wird oder unterschieden werden kann.

Wenn es schwer fällt zuzuhören, zu glauben etwas stehen zu lassen, auszuhalten oder nicht sofort zu reagieren.

Keine_r hat gesagt, dass CA einfach ist, aber unmöglich ist sie nicht.

Ohne Community keine Accountability.

In diesem Sinne:

Auf mehr geteilte Verantwortung!

Crowdfunding | Why I Stopped Making Merch for a Revolution That Does not Happen.

Crowdfunding | Why I Stopped Makting Merch for a Revolution That Does not Happen

I just published my 3,5 Book „Why I Stopped Making Merch for a Revolution That Does not Happen.“ at edition assemblage.

But since putting out even tiny books for a small price still costs a bit to cover most expenses we put up this fundraiser to keep it real.

https://igg.me/at/whyyoriwhy

You can order the book from now on in any bookstore in case they don’t have it already OR you can get it via this awesome fundraiser together with some fine rewards I put together for you. 

Besides lots of merch (yes!), you can get handwritten quotes from the book. 14 to be precise. One for each „active year“ of mine. And every book will be signed and inscribed if you like.

More details in the fundraiser.

Please share widely!

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Liebe Follower, Freund_innen und interressierte Menschen,

kürzlich ist mein 3,5tes Buch „Why I Stopped Making Merch for a Revolution That Does not Happen.“ in der edition assemblage erschienen.

Da aber leider auch das Drucken von kleinen Büchern etwas kostet und wir es zu einem erschwinglichen Preis anbieten wollten haben wir diesen Fundraiser erstellt, um zumindest die meisten der entstandenen Kosten zu decken.

https://igg.me/at/whyyoriwhy

Das Buch ist ab sofort über den regulären Buchhandel zu bekommen, ODER aber über diesen Fundraiser, in Verbindung mit ein paar tollen Belohnungen. 

Neben viel Merch (ja!!!) gibt es ein paar handgeschriebene Zitate aus dem Buch zur Auswahl. 14 um genau zu sein. Für jedes „aktive Jahr“ eins. Und jedes Buch werde ich signieren, auf Wunsch auch mit Widmung.

Mehr Details im Fundraiser.

Bitte gerne teilen!

#beHindernisse

Heute ist der 2te Geburtstag von #beHindernisse und das Missy Mag hat ein Interview mit Initiator_in Ash dazu geführt.

Hier ist mein Beitrag:

Yori Gagarim zu #beHindernisse: „Die Erwartung meine Behinderung zu „überwinden“ oder verstecken, um nicht behinderte Menschen nicht zu überfpordern.“
Yori Gagarim zu #beHindernisse: „Die Erwartung meine Behinderung zu „überwinden“ oder verstecken, um nicht behinderte Menschen nicht zu überfordern.“

Und nochmal in ausführlich:

„Eins der gemeinsten #beHindernisse ist für mich, dass von mir konstant erwartet wird, meine (geistigen) Behinderung/en zu „überwinden“, unterdrücken oder verstecken während gleichzeitig vollstes Verständnis für die Ignoranz und „Überforderung“ nichtbehinderter Menschen (durch behinderte Menschen) aufgebracht wird.

Ich finde, dieses Verständnis steht auch mir ganz selbstverständlich zu und sollte nicht als „tolerant“, „aufmerksam“ oder gar „bewundernswert“ dargestellt werden.“

In diesem Sinne!

Habt es gut – macht es besser!

RLRT von gestern Nacht:

Nach ner ziemlich langen Bahnfahrt steig ich gestern Nacht gegen kurz vor 1 in Berlin völlig fertig in den #N40 Richtung Wühlischplatz.

Ein „Na, komm rein.“ begrüßt mich ungewohnt freundlich. 

Das bin ich von der #BVG definitiv nicht gewohnt.

Der Bus ist recht leer, irgendwann steigt ein offensichtlich betrunkener Mann ein und setzt sich hinten hin. Sein Kopf fällt nach vorn. 

An der nächsten Haltemöglichkeit steht die Busfahrerin auf, geht zu ihm und drückt ihm eine Tüte in die Hand. 

Sie macht ihm freundlich klar, dass er die Tüte nehmen soll, wenn ihm schlecht wird. Er versteht nix und sie erklärt ihm das nochmal. 

„Nur so falls was sein sollte. Ich bin da lieber vorsichtig. Wo müssen Sie denn aussteigen?“ 

Er so: „Rummelsburg.“ 

Sie: „Sie wissen aber schon, dass Sie im N40 sind. Wir fahren da nicht hin.“ 

Er: “Hrmpf. Nö.“ Sein Kopf fällt wieder nach vorn.

Sie: „Na gut, ich mach mir Gedanken.“ und geht wieder nach vorn und fährt weiter.

Ich musste dann aussteigen, weiß also nicht wie es weiter ging.

Was mir im Kopf bleibt ist diese Selbstverständlichkeit.

Von beiden.

Ihre Freundlichkeit hat er definitiv nicht verdient.

Ein paar Gedanken zu ein paar Reaktionen auf #metoo

CW: #metoo, Abuse, etc.

Ich glaube, ich kann jetzt so langsam den Finger drauf legen, warum es mich so abfuckt, wenn wer „ist doch nichts neues“, „ich bin müde“ oder ähnliches als Reaktion auf #metoo sagt.

Mensch kann von der ganzen Aktion halten, was mensch will, darum geht es mir nicht. Auch nicht um eine „fundierte Kritik“ an der „Kritik“ (an der „Kritik“ der „Kritik“) was auch immer das sein mag.
Mir geht es auch nicht darum, dass ich das Gefühl von „kenne ich schon“, „jaja, nix neues“, „wo ist der Erkenntnisgewinn?“ usw. nicht kenne oder (überhaupt) nicht nachvollziehen kann.
Im Gegenteil, ich kenne all das sehr gut und insbesondere bei Dingen, die mich seit Jahren beschäftigen, über die ich seit Jahren rede (z.B. (sexualisierte) Gewalt und Abuse in diversen Formen) und bei denen mir (gefühlt) so gut wie keine_r zuhört, die Sachen runtergespielt werden oder entweder mein Input für den eigenen Blog (unautorisiert und unreferenziert) benutzt wird oder ich mundtot gemacht werde(n soll).

(Aber) genau das Gefühl habe ich jetzt (wieder).
Ich sage nicht, dass irgendwer das damit bezwecken will.
Was ich sage ist, dass es das bei mir bewirkt.

Ich habe das Gefühl, dass ich nicht reden soll.
Ich habe das Gefühl, lästig zu sein.
Ich habe das Gefühl, es nicht wert zu sein, dass mir zugehört wird.
Ich habe das Gefühl, keine Berechtigung zu haben, zum Thema zu sprechen, allein aus dem Grund, weil ich weder einen „Erkenntnisgewinn“ noch „positive Vorschläge zum Umgang mit XY“ beitragen kann, sondern im Gegenteil, weil ich durch einen schlichten Hashtag (den ich persönlich noch nichtmal mehr verwendet habe) ein „gelangweiltes Gähnen“ im Gegenüber hervorrufe.

Bekenntnisaktivismus ist auch nicht meiner, aber genau so wenig ist es ein weisser cis Femismus, der mir oft viel zu nahe an Respektability Politics dran ist.
Dass Leute Unterstützung, Respekt usw. nur unter bestimmten Bedingungen „verdient“ haben. Z.B. Wenn sie sich sonst auch für Betroffene und gegen Gewalt engagieren.
Oder wenn sie sich nicht gegen Kontroll- und Vereinahmungsversuche durch weisse cis-Feminist_innen wehren.
Oder wenn sie sich nichts anderes „zu Schulden“ haben kommen lassen.
Dass sich überhaupt etwas „verdient werden“ muss.
Dass überhaupt Ansprüche an mich gestellt werden, wenn ich über meine Erfahrungen rede(n will).

Lasst die Leute doch.
Das ist alles nicht meins.
Ich will Menschen nicht kontrollieren und schon gar nicht will ich sie jenachdem behandeln, wie ich es bewerte, wie und ob sie es „verdient“ haben.
Ich will Menschen „ordentlich“ (mir fehlt grad ein besseres Wort) behandeln, weil niemand irgendetwas „verdient“ haben sollte.
Und genauso wünsche ich mir es auch für mich.

Aber gerade habe ich das Gefühl, dass mein Erleben nicht wichtig (genug) ist.
Dass die Gefühle und Bedürfnisse des Gegenübers wichtiger sind als meine.
Dass meine Gefühle egal sind.
Und darum geht es bei #metoo ja nicht einmal mehr.
Es wird ja nur gesagt „dass“ und nicht einmal mehr „was“ oder wie es mir geht oder was „genau“ passiert ist oder was ich jetzt brauche.
Einfach nur „dass“.

Aber dieses „Gähnen“, diese in meinen Augen oft auch noch sehr selbstgerecht inszenierte „Abgeklärtkeit“ macht, dass ich mich jetzt in diesem Moment wieder ganz genauso fühle.

Und das ausgerechnet bei diesem Thema.

Das Gefühl, dass nicht einmal das „einfach so“ sein darf, dass es zu „viel“ oder zu „lästig“ ist, dass es „ja eh nichts bringt“.
(Warum „darf“, kann oder sollte das überhaupt wer anders entscheiden, ob mir etwas „etwas bringt“, bzw. ob es mir überhaupt „etwas bringen“ muss, bzw. ob das, jenachdem was es dann ist, dann wiederum überhaupt „gut“ für mich ist, sein soll oder „darf“.)

Aber ganz genau dieses Gefühl ist es, was mich zurück bringt.
In meine Kindheit, in meine Familie, in mein Erleben.
In meine Vergangenheit, in mein Gestern, in mein Heute.
Nicht zu den Geschehnissen selbst aber zu den Reaktionen der Nah-Personen, denen ich überhaupt versucht habe mich anzuvertrauen, mit ihnen zu reden, um Hilfe zu bitten.

Einfach mal nur, für ganz kurz nur, für einen Moment, die Zeit und den Raum zu bekommen.
Ganz kurz einfach mal nur für einen kurzen Moment nicht bewertet, gesilenced oder (zwangs)politisiert zu werden.
Einfach mal gehört zu werden.
Das scheint nicht angesagt.
Auch nicht hier, auch nicht jetzt, auch nicht von denen „auf meiner Seite.“

Das ist für mich keine Kleinigkeit.
Das ist für mich (auch) (ein Teil von) RapeCulture und (Teil davon) was sie am Leben hält.

Einfach mal zuhören – das wär mal was.

About #metoo:

My love goes out to all of you, who are silent at this moment.

Who have conflicting feelings towards outing ourselves because we know all too good what many of the consequences are. 

Or that this would mean having to justify and/or deal with the perpetrators that are our lovers, friends, comrats and (popular) community members, (who’s voices are believed over ours).

To the ones, who are „not ready yet“.

To the ones, that are not „innocent“ themselves.
To the ones, who are seen as „deserving“.
To the whores, sexworkers, minors and other peeps, who are having complicated sex and/or are practising „non-enthusiastic“ consent. 

To the ones, who are not given a space in the hashtag, because of this white cis feminism, that centers (only) around gender and not (multiple variations and combinations of) oppression/s.
To whom that would mean to out themselves in one a too many ways. 

And especially to all the women, nb, inter and trans folks, whom help and support is constantly denied because of not being viewed as (the „right kind of“) woman/female.

Your silence is heard.